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Februar 2018: Gemeinsame Mitgliederversammlung der Landesverbände Berlin und Brandenburg

Außergewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Für die Landesverbände Berlin und Brandenburg im BLGS e.V. waren das Warten auf die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Pflegeberufereformgesetz und geografisch bedingte verbindende Interessen Anlass genug, um neue Wege zu beschreiten. Deshalb hat man sich in diesem Jahr dazu entschlossen, die Mitgliederversammlungen der Landesverbände zur selben Zeit und am selben Ort durchzuführen, um anschließend einen gemeinsamen Fachtag zu veranstalten. Inhaltlich drehte sich dieser um das neue Gesetz und die konkreten Anforderungen an die ausbildenden Schulen, Träger und Einrichtungen.

Mit der Feststellung: „Ein Blick ins Gesetz erweitert die Rechtskenntnis“, eröffnete Prof. Dr. iur. Gerhard Igl, spezialisiert auf Gesundheits- und Sozialrecht. Er nahm das Pflegeberufegesetz im Kontext des europäischen Beruferechts unter die Lupe und ging dabei insbesondere auf die erstmals definierten Vorbehaltsaufgaben und deren Bedeutung ein. Igl mahnte, dass in Bezug auf vorgelagerte „Spezialisierungen“ in der Pflegeausbildung, also die vor Beginn der Ausbildung zu treffende Wahl des Ausbildungszweiges durch den Bewerber, ein „massiver gesetzgeberischer Klarstellungsbedarf“ herrsche. Sie widerspreche dem allgemeingültigen Grundsatz, dass einer Spezialisierung eine Grundausbildung vorausgehen sollte. Pflegende in der Alten- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege seien nach dem neuen Gesetz partiell ausgebildet und dürften Vorbehaltsaufgaben ggf. nur sehr stark eingeschränkt, nämlich auf den im Gesetz genannten Personenkreis, ausüben. Dem europäischen Freizügigkeitsgedanken würde damit widersprochen.

Als zweite Referentin sprach Christine Vogler, über die konkrete Umsetzung des PflBRefG. Fragen der Finanzierung und Kooperation zwischen den Akteuren in der Pflegeausbildung standen dabei im Vordergrund. Auch Frau Vogler mahnte, dass das aktuell zu beobachtende Abschottungsverhalten von Einrichtungen die ungeklärte Situation der Pflegeausbildung und zu erwartende Veränderungen nicht einfacher mache. Sie appellierte an die Teilnehmer, offen aufeinander zuzugehen und sich rechtzeitig mit der Umsetzung der Generalistik zu befassen.

Die nächste gemeinsame Mitgliederversammlung und Fachtagung der Landesverbände Berlin und Brandenburg findet nach erfolgreich verlaufener Premiere am 20.02.2019 statt.


September 2017: Furioser Auftakt der AG Praxis

Der Landesverband Brandenburg des BLGS lud am 26.9.2017 zum 1. Brandenburger Praxisanleitersymposium nach Cottbus in das Carl Thiem Klinikum ein. Mehr als 70 Teilnehmer, Praxisanleiter aus den verschiedensten Gesundheitsfachberufen und Lehrende aus den Brandenburger Pflegeschulen, folgten der Einladung. Frau Dipl.Pflegepäd. Christine Vogler, Schulleiterin der Wannseeschule Berlin und stellvertretende Bundesvorsitzende des BLGS, stellte die neuen Herausforderungen an die praktische Ausbildung vor, welche mit der Umsetzung des neuen Pflegeberufereformgesetzes auf uns alle zukommen werden. Fragen wie „Wie kann der Lernort Praxis zukunftsorientiert gestaltet werden?“, „Welche innovativen Ideen der Praxisanleitung gibt es schon?“, „ Wo liegen momentane Probleme bei der praktischen Ausbildung unserer Schüler?“ und „Wie können Anforderung aus dem Pflegealltag mit den Anforderungen der Ausbildung koordiniert und bewältigt werden?“ u.a. standen im Zentrum der Diskussionen. Dipl. Berufspädagoge Klaus Strimmer aus Köln stellte die Praxisanleitervisite an der Fachschule für Gesundheits- und Krankenpflege Stauferklinikum Schwäbisch Gemünd vor. Frau Dipl.Pflegepäd. Doris Freyberg und Herr Thomas Große (Praxisanleiter) boten den Teilnehmern interessante Einblicke in das Konzept der Praxistage an der Charité. Frau Doris Schützka (Praxisanleiterin) stellte demgegenüber das Konzept der Praxisanleitung am Carl-Thiem-Klinikum vor. Fazit: Es war eine gelungene Auftaktveranstaltung der AG Praxis des BLGS Landesverbandes Brandenburg, in der die Teilnehmer viele interessante Anregungen mitnehmen und sich untereinander austauschen konnten. Mit der AG Praxis möchte der LV Brandenburg die Praxisanleiter im Land Brandenburg sowohl untereinander als auch mit den Lehrenden in den Pflegeschulen vernetzen. Mit der Umsetzeng des Pflegeberufereformgesetzes stehen alle vor großen Herausforderungen, die es gilt aktiv und innovativ anzupacken. Der Landesverband Brandenburg wird sich daher mit den praktischen Erfahrungen aus der AG Praxis und konkreten Vorschlägen bei der Umsetzung auf Landesebene engagieren.